Amyloidose / Eiweißablagerungen

Fragen Jörg Brosig
Leiter der Multiples Myelom Selbsthilfegruppe NRW e.V.
Obfrau-Stellvertreter Myelom Hilfe Österreich
Antworten Dr. med. Dr. rer nat. Heinz Dürk
Chefarzt der Abt. Hämatologie / Onkologie / Immunologie
St. Marien Hospital Hamm

Welche Amyloid Formen (Eiweißablagerungen) gibt es?

Wie bereits erwähnt gibt es verschiedene Erkrankungen, die mit einer Amyloidbildung einhergehen. Die so g. familiäre Amyloidose ist erblich bedingt. Durch eine Mutation wird eine verändertes Eiweiß (Präalbumin) in der Leber gebildet, das dann im Verlauf der Erkrankung über Jahre in den Organen abgelagert wird bis letztlich Krankheitszeichen entstehen. Eine weitere Form entsteht bei Erkrankungen, die mit chronischen Entzündungen, z.B. bei bestimmten rheumatischen Erkrankungen, einhergehen. Beim multiplen Myelom und bei der MGUS wird das Amyloid-Molekül durch die „leichte Kette“ der Antikörper gebildet. Man kann die beiden Arten der leichten Kette im Amyloid unterscheiden. Diese Art der Amyloidose wird der Herkunft entsprechend als AL-Amyloid bezeichnet. Die physikalischen Eigenschaften des Amyloids sind bei allen Formen sehr ähnlich. Deshalb wird die Gruppe dieser Erkrankungen als Amyloidosen bezeichnet. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere sehr seltene Amyloidosen, die z. B. auch nur ein Organ schädigen.