Amyloidose / Eiweißablagerungen
| Fragen | Jörg Brosig Leiter der Multiples Myelom Selbsthilfegruppe NRW e.V. Obfrau-Stellvertreter Myelom Hilfe Österreich |
| Antworten | Dr. med. Dr. rer nat. Heinz Dürk Chefarzt der Abt. Hämatologie / Onkologie / Immunologie St. Marien Hospital Hamm |
In der Vergangenheit haben uns einige verzweifelte Multiples Myelom Patienten um Hilfe gebeten, sie berichteten von einer ständigen Übelkeit, obwohl sie seit längere Zeit (viele Monate) keine Strahlen- oder Chemotherapie erhalten haben. Einzelne Patienten berichteten auch von einer Senkung der Herzfrequenz. Auch diese Nebenwirkung fand ohne einen Zusammenhang mit einer Therapie – z.B. Thalidomid – statt.
Dieses Symptom haben wir – als erfahrene Selbsthilfegruppenleiter – in den Zusammenhang mit Eiweißablagerungen am Verdauungstrakt (1. Fall) oder des Herzens (2.Fall) gebracht. Erstaunlich war unsere Feststellung, dass einige behandelnde Ärzte diesen Verdacht noch nicht einmal überprüft haben, obwohl die Patienten deutlich die Frage danach gestellt haben.
Woran liegt es, dass ein nicht geringer Teil der Ärzte diesen Verdacht scheinbar nicht einmal prüfen will?
Ich gehe davon aus, dass hier noch ein erheblicher Schulungsbedarf besteht. Dies mag einmal daran liegen, dass die Amyloidose insgesamt selten vorkommt und noch vor wenigen Jahren als kaum beeinflussbar angesehen wurde.
Wird dieses spezielle Thema denn nicht in den Fortbildungsveranstaltungen der Deutschen Gesellschaft Hämatologie / Onkologie (DGHO) behandelt?
Die Amyloidose hat inzwischen auch das Bewusstsein der deutschen Hämatologie erreicht, es bleibt jedoch noch viel zu tun. Die Hämatologen der USA und Großbritanniens sind uns deutlich voraus. Ich gehe davon aus, dass inzwischen nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auch im Vereinigten Königreich erheblich mehr Mittel für die medizinische Forschung und Weiterbildung zur Verfügung stehen. Auch hier dürfen wir nicht nachlassen für eine Verbesserung zu streiten.

