Die wichtigsten Plasmozytom-Patienten und Angehörigenfragen

Fragen Jörg Brosig
Leiter der Multiples Myelom Selbsthilfegruppe NRW e.V.
Obfrau-Stellvertreter Myelom Hilfe Österreich
Antworten Prof. Dr. H. Einsele
Medizinische Klinik und Poliklinik II der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Autologe Blutstammzelltransplantation

Für welche Patienten ist die Hochdosischemotherapie mit autologer

Blutstammzelltransplantation eine Therapiemöglichkeit?

Für alle Patienten bis zum Alter von 70 Jahren, evtl. auch noch höher, bei denen keine schwere Organfunktionsstörung vorliegt.

Wie sieht das ganze Therapiekonzept (konventionelle Chemotherapie Stammzellsammlung –PBCST-Erhaltungstherapie aus?

Man wird zunächst eine Induktionstherapie durchführen um die Erkrankung zurückzudrängen, dann mit einer etwas intensiveren Behandlung eine weitere Tumorreduktion und Stammzellsammlung ermöglichen und dann mit den er- haltenen Stammzellen 2 x eine autologe Stammzelltransplantation durchführen. Hinterher erscheinen Erhaltungstherapien mit Thalidomid, Bortezomib oder Dexamethason / Interferon geeignet, den Therapieerfolg noch weiter zu verbessern bzw. die Rückfallrate zu vermindern.

Für eine periphere Blutstammzelltransplantation benötigt man Stammzellen. Wie werden diese gewonnen?

Die Stammzellen werden aus dem peripheren Blut, ähnlich wie bei einer Dialyse abgeschöpft, das Blut wird an einer Stelle aus einer Vene aus dem Körper heraus in eine Zentrifuge geleitet und dort werden die Stammzellen abzentrifugiert und die restlichen Zellen und die Flüssigkeit im Körper über einen anderen Zugang wieder zurückgeführt.

Ablauf der PBSCT .

Nach einer hochdosierten Chemotherapie werden anschließend die eingefrorenen Stammzellen nach Auftauen wieder in den Körper infundiert. Innerhalb von etwa 10 bis 12 Tagen bilden sich wieder weiße Blutkörperchen/Blutplättchen aus, so dass der Patient dann wieder normale Zahlen an weißen Blutkörperchen und Blutplättchen aufweist und nach Hause gehen kann.

Warum werden heute vermehrt doppelt autologe Transplantationen eingesetzt?

Mehrere Studien haben gezeigt, dass die doppelte autologe Stammzelltransplantation einen besseren Erfolg als die einfache Hochdosistherapie erzielen kann.

Welche Gefahren können während einer PBSCT auftreten und wie hoch sind die tödlichen Komplikationen?

Vor allem Infektion oder Blutungen stellen Risiken dar. Sie sind mit einer Sterbewahrscheinlichkeit von bis 1 bis 2 % nach autologer Stammzelltransplantation assoziiert.

Was kann ich als Patient in der Klinik selbst tun, um mich vor Gefahren zu schützen?

Einnehmen der entsprechenden vorbeugenden Medikamente und Vorsicht beim Umgang und Kontakt mit Patienten mit aktiver Infektion.

Was kann ich nach der Therapie zuhause selbst tun um mich vor Gefahren zu schützen?

Die prophylaktische Medikamente weiter einzunehmen, sonst besteht keine echte Gefahr.