Die wichtigsten Plasmozytom-Patienten und Angehörigenfragen
| Fragen | Jörg Brosig Leiter der Multiples Myelom Selbsthilfegruppe NRW e.V. Obfrau-Stellvertreter Myelom Hilfe Österreich |
| Antworten | Prof. Dr. H. Einsele Medizinische Klinik und Poliklinik II der Julius-Maximilians-Universität Würzburg |
Diagnose Plasmozytom / Multiples Myelom
Die Diagnose MM wird bei vielen Mitpatienten oft im fortgeschrittenen Zustand gestellt. Was macht die Diagnose oft so schwierig?
Die Schwierigkeit der Diagnosestellung liegt darin, dass bei einigen Patienten die Symptome sehr unspezifisch sind (häufig diffuse Knochenschmerzen) oder dass die Erkrankung völlig ohne klinisch fassbare Symptome einhergeht.
Welche diagnostische Untersuchungen deuten denn bereits auf ein Multiples Myelom hin?
Die Serumelektrophorese, Nierenprobleme, Knochenschmerzen mit entsprechenden röntgenologischen Veränderungen und Blutbildveränderungen.
Wann spricht man vom Multiplen Myelom Stadium I und was bedeutet der Zusatz A oder B?
Stadium I bedeutet, dass der Patient noch nicht behandlungsbedürftig ist, das Stadium wird bisher festgelegt nach Befall des Knochens, nach Hb-Wert, nach Serumkalzium-Wert, (der nicht erhöht sein darf), sowie der Menge an Paraprotein im Blut und Urin. Zusatz A oder B bedeutet: deutlich eingeschränkte Nierenfunktion (B) oder weitgehend normale Nierenfunktion (A).
Wann spricht man vom Stadium II und III?
Stadium II stellt das Zwischenstadium zwischen Stadium I und III dar. Stadium III : es sind weder der Hb-Wert deutlich erniedrigt, das Serumkalzium deutlich erhöht, mehr als 1 Knochenherd feststellbar und eine ausgeprägte Vermehrung von Paraproteinen.
An welchen spezifischen Werten kann ich erkennen, ob ein MM aggressiver verläuft?
Die bekannten Risikoparameter sind eine erhöhte LDH, ein stark erhöhtes Beta-2 Mikroglobulin und eine chromosomale Veränderung im Bereich des Chromosoms 13.
Reicht allein die Aussage aus, das bei einem veränderten Chromosom 13 eine mehr aggressive MM Verlaufsform vorliegt?
Alle Untersuchungen deuten daraufhin, dass ein Verlust des langen Arms des Chromosoms 13 mit einer ungünstigen Prognose des Multiplen Myeloms einhergeht.

