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Univ. Prof. Dr. Johannes Drach
Medizinische Universität Wien |
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Hightlights vom Kongress der Amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie (ASH) (New Orleans, 5.–8. Dezember 2009)
Auch beim diesjährigen ASH Kongress, welcher vom 4. bis 8.Dezember 2009 in New Orleans stattgefunden hat, wurde einmal mehr die gestiegene Bedeutung zum Verständnis der Grundlagen und der Therapie des Multiplen Myelom aufgezeigt: Etwa 25% aller Vorträge und Poster hatten das Multiple Myelom zum Thema – und das bei mehr als 3000 eingereichten Beiträgen!
- Wichtige Beiträge zusammengefasst
- Konsolidierung bzw. Erhaltungstherapie
- Erstlinientherapie beim älteren Patienten<
- Rezidivtherapie
- Interessante Artikel und Links
Berichte vom ASH-Kongress 2009
- ASH 2009 Bericht von Univ. Prof. Dr. Heinz Ludwig
- ASH 2009 : Highlights Bericht von Univ. Prof. Dr. Johannes Drach
- ASH 2009 : Myelodysplasien Bericht von Univ. Doz. Dr. Michael Pfeilstöcker
- ASH 2009 : NHL und CLL Bericht von Dr. Thomas Nösslinger
Interessante Artikel und Links
- Bericht vom ASH Kongress 2008
- Bericht vom ASH Kongress 2007
- Bericht vom ASH Kongress 2006
- Bericht vom ASH Kongress 2005
- American Society of Hematology
Wichtige Beiträge lassen sich wie folgt zusammenfassen
Induktionstherapie/ autologe Transplantation für den „jungen Myelom Patienten“, hier ist es sehr wichtig, hervorzuheben, dass nicht nur das Alter eine Rolle spielt (jünger als 65 oder 70 Jahre), sondern vor allem der gute Allgemeinstand des zu transplantierenden Patienten. Die Induktionstherapie, d.h. die erste Therapiephase, welche vor einer geplanten Stammzelltransplantation durchgeführt wird, stützt sich heute auf Bortezomib ( Velcade ® )hältige Kombinationen (z.B. mit Thalidomid und Dexamethson, oder Doxorubicin + Dexamethason, oder auch Cyclophosphamid + Dexamethason). Da diese Therapiephase nur 3 bis 4 Zyklen in Anspruch nimmt, sind die Nebenwirkungen meist gering; die Wirksamkeit ist aber eindrucksvoll: so kann bei etwa 90% der Patienten zumindest eine partielle Remission erzielt werden, in einem erheblichen Anteil sogar bereits eine komplette Remission. Die Gewinnung von Stammzellen ist unter Zugabe des Wachstumsfaktors G-CSF problemlos möglich. Der italienische Myelomspezialist Prof. Palumbo aus Turin, präsentierte in seinem Vortrag erste vielversprechende Ergebnisse für Lenalidomid (Revlimid ® )- haltige Induktionstherapien,- auch diese führen zu einem sehr guten Ansprechen und zur möglichen Stammzellsammlung (unter Zugabe von Cyclophosphamid sowie G-CSF). Dies ist in Übereinstimmung mit Daten aus amerikanischen Studien.
Konsolidierung bzw. Erhaltungstherapie
Der Remissionsstatus am Ende der Behandlung besitzt eine besonders wichtige Bedeutung. Wenn nach Stammzelltransplantation keine komplette Remission vorliegt, kann eine zweite Transplantation vorgenommen werden, oder aber auch eine Konsolidierung unter Einschluss einer neuen Substanz. Thalidomid kann den Remissiongrad verbessern, allerdings haben bereits frühere Studien gezeigt, dass dies oft mit Nebenwirkungen verbunden ist, und eine längerdauernde Therapie mit Thalidomid wird in dieser Phase nur von wenigen Patienten toleriert. Aktuelle Studiendaten zeigen erstmals, dass auch Lenalidomid oder Bortezomib zu einer Verbesserung des Remissionsstaus beitragen können, wenn damit eine Konsolidierung nach Transplantation durchgeführt wird. Bevor dies zu einem Standard wird, benötigen wir allerdings längere Verlaufsdaten, wie sich dies auf die Remissionsdauer auswirkt.
Erstlinientherapie beim älteren Patienten
Auch für diese Patientengruppen, welche den Großteil der Erstlinien Myelom Patienten darstellen, stehen nun verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung. Das Jahrzehntelang verwendete MP (Melphalan/ Prednisolon) Schema wird nun immer mehr vom MPT (Zugabe von Thalidomid) Schema abgelöst, dieses führt zu einem wesentlich besserem Ansprechen. Eine Thromboseprophylaxe (entweder mit Thrombo ASS oder niedrig molekularen Heparin wie z.B. Lovenox) wird hierbei dringend empfohlen. Die orale immunmodulatorische Substanz Lenalidomid (ein „verbessertes“ Thalidomid) wurde in einer 3- armigen Studie ebenfalls in Kombination mit MP (einmal mit und einmal ohne Erhaltungstherapie) versus der früheren Standardtherapie MP an 459 Patienten( älter als 65 Jahre) mit neudiagnostiziertem Myelom untersucht (MM-015 Studie).Die Interimsanalysen zeigen auch hier einen klaren Vorteil für die Dreier Kombination, der Studienarm mit einer Revlimid ® Erhaltungstherapie schnitt eindeutig am Besten ab, die mittlere Beobachtungsdauer ist allerdings noch sehr kurz. Eine weitere Therapiemöglichkeit stellt auch das sogenannte VMP Schema dar (Velcade®/ Melphalen/ Prednisolon) dar. Auch dieses Schema führt zu einem ausgezeichnetem Ansprechen, nachdem VELCADE® bekanntermaßen zum Auftreten von peripheren Neuropathien (Empfindungsstörungen in den Händen und/ oder Füssen) führen kann, disskutierten hier die Experten, über ein abgewandeltes, nebenwirkungsärmeres Therapieschema ( Velcade ®Gabe nur einmal pro Woche statt zweimal wöchentlich). Beim ersten Anzeichen einer peripheren Neuropathie ist es besonders wichtig, Ihren behandelten Arzt darüber zu informieren, damit gegebenenfalls eine Dosisreduktion durchgeführt werden kann. Das VMP Schema eignet sich besonders gut für Patienten mit erhöhten Risikofaktoren (z.B. eingeschränkte Nierenfunktion, hohe Tumormasse, ungünstige Zytogenetik).
Rezidivtherapie
Aufgrund der vielen neuen Substanzen, welche in den letzten Jahren auf den Markt gekommen sind, steht uns Ärzten nun in der Therapie des rezidivierten Myeloms ein breites Therapiespektrum zur Verfügung. Substanzen wie Bortezomib oder Lenalodimd sind ausgzeichnete Kombinationspartener für bereits seit Jahrzehnten bekannte Substanzen ( z. B. Cyclophosphamid, Doxorubicin ). Auch Bendamustin, eine alkylierende Substanz welche in Deutschland bereits seit Jahrzehnten angewandt wird, und in Amerika bereits für die Therapie von indolenten B- Zell Lymphomen zugelassen ist ( Handelsname: Treanda®)scheint beim relapsierten Myelom in Kombination mit Cortison oder auch in Kombination mit Velcade ® eine sehr effektive Therapieoption darzustellen. Erste, sehr vielversprechende Ergebnisse zeigte auch einen neue Generation der Proteasom –Inhibitoren: Carfilzomib. Diese Substanz, im Wirkmechanismus ähnlich dem Bortezomib (jedoch länger anhaltende Blockade des Proteasoms), zeigt in Kombination mit Dexamethson auch bei bereits mit Bortezomib vorbehandelten Patienten beeindruckende Ergebnisse. Ein großer Vorteil dieser neuen Substanz ist das günstige Nebenwirkungsprofil (bislang zeigen die Studien nur eine geringe Rate an peripheren Neuropathien). Weitere klinische Prüfungen sind allerdings notwendig, um das volle Wirkungsspektrum dieses Präperates zu erfassen; eine grosse internationale Studie, an der auch einige österreichische Zentren teilnehmen werden, ist unmittelbar in Vorbereitung. Auch einen neue immunmodulatorische Substanz ist in klinischer Prüfung (Pomalidomid, früher CC-4047). Selbst bei Lenalidomid-vorbehandelten Patienten liess sich in einigen Fällen noch ein Ansprechen beobachten, das Nebenwirkungsprofil scheint dem Lenalidomid ähnlich zu sein (Thromboseprophylaxe; engmaschige Blutbildkontrollen). Eine Vielzahl von Substanzen befinden sich in früher Entwicklung - bislang lässt sich schwer abschätzen, wo der Stellenwert in Zukunft sein wird. Das gilt vor allem für das Gebiet der monoklonalen Antikörper, wo sich bislang keine Substanz mit dem Potential wie „Rituximab bei den Lymphomen“ etablieren konnte – wir alle hoffen, dass sich das in naher Zukunft ändern wird!
Berichte vom ASH-Kongress 2009
- ASH 2009 Bericht von Univ. Prof. Dr. Heinz Ludwig
- ASH 2009 : Highlights Bericht von Univ. Prof. Dr. Johannes Drach
- ASH 2009 : Myelodysplasien Bericht von Univ. Doz. Dr. Michael Pfeilstöcker
- ASH 2009 : NHL und CLL Bericht von Dr. Thomas Nösslinger
Interessante Artikel und Links
- Bericht vom ASH Kongress 2008
- Bericht vom ASH Kongress 2007
- Bericht vom ASH Kongress 2006
- Bericht vom ASH Kongress 2005
- American Society of Hematology


