Frühjahrstagung der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (ÖGHO)
Wels, 27. April 2006
| Komplette Remission nach Viertlinientherapie | Ludwig Wimmer |
| Lenalidomid (Revlimid®) beim Multiplen Myelom und Myelodysplastischem Syndrom | Johannes Drach |
| Effektive Zweitlinientherapie beim Multiplen Myelom mit Bortezomib (Velcade®) | Johannes Drach |
| Bortezomib - In Patients with Renal Failure [PDF, Englisch] | Heinz Ludwig |
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Univ. Prof. Dr. Johannes Drach
Medizinische Universität Wien |
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Effektive Zweitlinientherapie beim Multiplen Myelom mit Bortezomib (Velcade®)
Kurzfassung des Beitrags im Rahmen der Frühjahrstagung der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (ÖGHO) in Wels, 27. April 2006
Bortezomib ist seit April 2005 für die Behandlung des MM im ersten Rezidiv zugelassen. Dies begründet sich mit den Daten der großen internationalen Phase III-Studie (APEX), welche Bortezomib mit Dexamethason bei vorbehandelten Patienten mit MM vergleichend untersuchte. Eine aktualisierte Auswertung ergab, dass die Ansprechraten im Bortezomib-Arm bei 43% liegen (noch besser als in der ursprünglichen Auswertung und signifikant vorteilhaft gegenüber Dexamethason). Diese Verbesserung des Ansprechens schlug sich auch in einer verlängerten Überlebenszeit nieder. Je früher Bortezomib eingesetzt wird, desto größer ist die Effektivität, weshalb der Einsatz als Zweitlinientherapie gerechtfertigt ist. Aktuelle Daten zeigen, dass Bortezomib unabhängig von der Vortherapie und auch bei MM mit ungünstigen Prognosefaktoren wirksam ist.
Wichtig bei der Therapie mit Bortezomib ist die Kenntnis des Nebenwirkungsspektrums sowie die entsprechende Reaktion darauf. Bekannt ist die – vorübergehende – Erniedrigung der Blutplättchen (Thrombopenie), welche nur in Ausnahmefällen zur Notwendigkeit der Dosisreduktion führt. Die periphere Neuropathie ist ebenfalls eine häufige Nebenwirkung bei vorbehandelten Patienten, und die rechtzeitige Dosisreduktion von Bortezomib ist dabei eine wichtige Maßnahme, welche zur Rückbildung der Nebenwirkung in der Mehrzahl der Fälle beiträgt.
Die Zukunft der Bortezomib-Behandlung als Zweitlinientherapie liegt sicherlich in der Kombinationsbehandlung (Dexamethason, Chemotherapie, wahrscheinlich auch Lenalidomid). Diesbezüglich sind noch mehr Studiendaten notwendig, um die Effektivität wie auch die Toxizität dieser Kombinationen näher einschätzen zu können.


